Wenn man die Klangvoll-Hefte und die Hefte des Colourstrings ABC kurz aufschlägt – mehr Zeit haben wir ja oft nicht –, dann lassen sich auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten ausmachen. Es ist aber der zweite Blick, der über Gemeinsamkeiten und Unterschiede entscheidet. Diesen zweiten Blick möchten wir mit diesem Artikel anbieten.
Wir sind die Autorinnen der Klangvoll-Reihe. Colourstrings kennen wir gut, haben über längere Zeit hinweg Kurse bei Géza Szilvay besucht und Schüler:innen danach unterrichtet. Anlass für diesen Artikel sind Fragen an uns, die sich direkt auch auf Colourstrings (CS) beziehen. Zusammengefasst kann man sie in zwei Bereiche einteilen:
Ist Klangvoll (KV) eine „Light“-Version von CS?
Worin unterscheidet sich KV von CS?
In keinem Fall möchten wir mit den folgenden Ausführungen eine Vollständigkeit beanspruchen. Auch ein 1:1-Vergleich ist nicht möglich, denn – und darauf werden wir später noch einmal eingehen – CS ist mehr Methode als Repertoire, KV ist mehr Repertoire als Methode. Im Folgenden skizzieren wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede und beziehen uns dabei auf die Ausgaben für Geige.
- Ein Kurzbeitrag von Angelika S. Schepke und Erdmute Maria Hohage -
Oft unentdeckt bleibt die Einwärtsdrehung des linken Arms - vor allem dann, wenn in der 1. Lage mit dem Greifen der Finger begonnen wird und insbesondere dann, wenn der 4. Finger anfangs ausgespart bleibt. Mit einem besonders langen 4. Finger kann die fehlende Einwärtsdrehung oft ausgeglichen werden - bis zur 3. Lage. Danach ist oft Schluss: Es muss in vielen Situationen "umgelernt" werden.
Mit diesem Artikel möchten wir nicht alle über einen Kamm scheren. Wir möchten auf zwei Dinge aufmerksam machen:
Es gibt eine Möglichkeit, den Arm einzudrehen und es ist relativ einfach.
Es gibt eine Verwechslungsgefahr mit einem "nach rechts gebogenen Ellenbogen".
Ausnahmen gibt es immer und das sind in diesem Fall oft Menschen mit sehr langen Armen, Fingern und großen Händen.
- Ein Kurzbeitrag von Angelika S. Schepke und Erdmute Maria Hohage -
Geigen- und Bratschenunterricht beginnt oft wie selbstverständlich in der 1. Lage. Dieser Beginn ist tief in der Tradition verankert. Sie findet sich in zahlreichen Unterrichtswerken und entspricht dem Weg, den viele Generationen von Musiker:innen erfolgreich selbst gegangen sind. Doch mit dem heutigen Wissen über u.a. Bewegungslernen und Biomechanik stellt sich eine spannende Frage:
Ist die 1. Lage tatsächlich der natürlichste Ausgangspunkt für die Entwicklung des Instrumentalspiels?
Diese Frage beschäftigt mich seit vielen Jahren. Ich bin Mitautorin der Unterrichtswerke Klangvoll von Anfang an sowie Klangvoll in der 4. und 1. Lage. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag bewusst unterscheiden zwischen Erkenntnissen aus der Fachliteratur, Beobachtungen aus der Unterrichtspraxis und den daraus entstandenen didaktischen Schlussfolgerungen.
Die Idee, den Körper in den Übeprozess differenzierter einzubeziehen, löst typischerweise drei Reaktionen aus:
„Das klingt vielversprechend!“
„Ich kann mir darunter nichts vorstellen.“
„Das braucht man nicht!“
Alle drei Perspektiven sind berechtigt und äußerst hilfreich. Und genau deshalb lohnt es sich, sie ernst zu nehmen. In diesem Artikel zeigen wir, warum jede dieser Haltungen einen wertvollen Beitrag liefert und wie ein erweitertes Körperverständnis das musikalische Üben effizienter, gesünder und musikalisch reichhaltiger machen kann. Lese hier mehr über mögliche Win-Win-Effekte.
Die sogenannte Fussrollentechnik (FRT) hat eine längere Entstehungsgeschichte, die retrospektiv gut nachvollziehbar ist. Ihre Wurzeln reichen bis in die späten 1990er-Jahre zurück: Schon damals arbeitete ich mit Studierenden und Aufnahmeprüfungskandidat:innen an der Idee, musikalische Phrasierungsbögen körperlich erfahrbar zu machen, insbesondere durch gezielte Gehbewegungen. Ziel war es dabei, die Bewegung der Beine und Füße in einen kontinuierlichen, ununterbrochenen Fluss zu bringen, um dadurch eine innere Stabilität in der musikalischen Gestaltung zu fördern. Gerade der Schrittwechsel stellte sich dabei als große Herausforderung dar, war aber auch ein wertvoller Indikator: Je unterbrechungsfreier die Bewegung, war, desto stimmiger war meist auch die musikalische Umsetzung. Die Spielenden erhielten ein direktes Feedback über die Kohärenz ihrer Vorstellung und deren klangliche Umsetzung.
- Ein Rückblick von Erdmute Maria Hohage, der Erfinderin der Fussrollentechnik -
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